Ö sterreich soll bis zum Jahr 2025 das familienfreundlichste Land Europas werden – das ist mein erklärtes Ziel. Auf dem Weg dorthin haben wir bereits ein großes Stück zurückgelegt: Lag Österreich 2013 noch am drittvorletzten Platz, haben wir uns bis auf den zweiten Platz nach vorne gearbeitet.

Auf dem Weg zum familienfreundlichsten Land Europas brauchen wir vor allem eines: Mehr Partnerschaftlichkeit! Und zwar nicht nur zwischen Bund, Ländern, Städten und Gemeinden, sowie den Unternehmen, sondern vor allem auch in der Keimzelle unserer Gesellschaft, der Familie selbst. Um das von Seiten des Gesetzgebers bewusst zu fördern, setzen wir insbesondere Anreize für die Väter.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf gewinnt für Väter an Bedeutung

Zahlreiche Studien belegen, dass sich junge Männer ab Mitte 20 sehr bewusst entscheiden, Vater zu sein und aktiv am Familienleben teilzuhaben. Sie wollen mit ihren Kindern gemeinsam etwas erleben können, Probleme lösen und kommunizieren.

Dr. Sophie Karmasin

Ehemalige Bundesministerin Dr. Sophie Karmasin

Sie wollen Familie leben. Damit werden zunehmend alle Themen, die bisher vorrangig die Mütter betroffen haben, auch für Väter wichtig ‑ wie etwa der Ausbau und die Flexibilität der Kinderbetreuung oder die Familienfreundlichkeit in den Unternehmen. Kurzum: Die Frage der Vereinbarkeit von Familie und Beruf gewinnt für Väter immer mehr an Bedeutung.

Junge Väter wollen in Karenz gehen und Zeit mit ihrem Kind verbringen. Durch die Verbesserung der Rahmenbedingungen versuchen wir, ihnen das zu ermöglichen. Mit dem neuen Kindergeldkonto gibt es seit 1. März 2017 auch einen bezahlten Familienmonat nach der Geburt und einen Partnerschaftsbonus von 1.000 Euro, wenn die Kinderbetreuung zwischen beiden Elternteilen in einem Verhältnis von zumindest 60:40 aufgeteilt wird. Damit erhält die Partnerschaftlichkeit im Familienbild einen besonderen Stellenwert.

Partnerschaftlichkeit in der Familie leben

Es ist eine große Herausforderung, Rollenklischees und Stereotype aufzubrechen und es Familien zu ermöglichen, so zu leben, wie es für sie das Beste ist. Denn keine Familie ist wie die andere und jede geht anders mit ihren Herausforderungen um.

So kann auch die Partnerschaftlichkeit je nach Lebensphase in der Familie immer neu definiert werden. Beide Elternteile sollen sich bewusst für ihre Familie entscheiden und den Alltag gemeinsam gestalten können. Es geht darum, die Lebensoptionen für beide Elternteile zu erweitern und ihnen zugleich eine gute Beziehung zu ihren Kindern zu ermöglichen.

Als Familienministerium ist es unsere Aufgabe, für sie den idealen Rahmen zu schaffen, in dem sie sich entfalten können ‑ fernab von Stereotypen und Klischees. So arbeiten wir konsequent daran, unser Ziel, Österreich bis 2025 zum familienfreundlichsten Land Europas zu machen, zu erreichen.

Autorin: Ehemalige Bundesministerin Dr. Sophie Karmasin
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