Die Familie ist ein Ort voller Geborgenheit, Liebe und Zusammengehörigkeit. Sie ist aber auch eine Quelle von Spannungen, meist bedingt durch falsche Erwartungen. Weihnachten kann dabei ein Nährboden für Konflikte sein, muss es aber nicht. Wir haben Meinungen von Laien und Experten eingeholt.

Konflikte, Spannungen und Streit entstehen meist unter Menschen mit einem ausgeprägtem Naheverhältnis. Die moderne Familie bringt dabei oft eine explosive Mischung mit sich. Getrennte Eltern, neue Partner, Onkeln, Tanten, zerstrittene Cousins und Geschwister. Gründe die die „schönste und ruhigste Zeit des Jahres“ so ganz anders verlaufen lassen können als ursprünglich angedacht.

Soll Weihnachten also wirklich im großen Familienkreis gefeiert werden? Psychotherapeutin Mag. Cäcilia Kasper-Pichler von der Partner- und Familienberatungsstelle weist auf die Individualität jeder Familie hin.

„Die Ex-Partner mit den jeweils neuen Partnern zusammenzubringen, einschließlich aller Kinder, die Kernfamilie somit neu zu definieren oder aber doch lieber jeder für sich zu feiern. Keine Lösung sollte komplett außen vorgelassen werden!“

Miteinander oder doch lieber getrennt feiern?

Ist es künstlich die „Kernfamilie“ neu zu definieren? Sehnen sich Kinder, egal welchen Alters, nach wiedervereinigten Eltern, oder doch nur nach Harmonie? Die eingeholten Meinungen gehen bei diesen Fragen weit auseinander.

Ein immer wieder vorkommender Vorschlag war, das Fest der Feste aufzuteilen. Einen Tag verbringen die Kinder bei der Mutter, einen beim Vater und als Zugabe noch einen bei den Großeltern. Frei nach der Devise: Lieber glücklich getrennt als unglücklich zusammen.

Mag. Kasper-Pichler empfiehlt bei strittigen Familienkonstellationen

„diejenigen, die nicht zusammenleben, sollten Weihnachten auch getrennt verbringen können. Kinder haben sehr feine Antennen und ein Gespür für ihre Umwelt. Je nach Alter und Entwicklungsstand des Kindes kann dies eine Überforderung darstellen. Es ist weder ihnen noch den Beteiligten mit einem künstlich erzwungenen oft alles andere als friedlichen heiligabendlichen Zusammensein geholfen“.

Tipps für das Weihnachtsfest im großen Kreis

Wird der Weihnachtsabend im großen Familienkreis gefeiert, waren sich unsere Befragten vor allem in drei Punkten einig:

  • Nicht nur gutes sondern vor allem rechtzeitiges Planen. Eine frühzeitige Planung begünstigt einen entspannten Meinungsaustausch, gibt Bedenkzeit und ermöglicht es allen Beteiligten sich auf die neuen Gegebenheiten einzustellen.
  • Geschenke für die Kinder absprechen. Nicht nur doppelte Geschenke werden vermieden, sondern auch das Konfliktpotential sinkt.
  • Einfühlungsvermögen. Die Zeit vor Weihnachten ist für viele sowohl arbeitsintensiv als auch teilweise emotional belastend. Eine besonnene Wortwahl bewirkt oft Wunder.

Ob im großen oder im kleinen Familienkreis, wir wünschen all unseren Lesern ein frohes Fest und erholsame Feiertage! Natürlich freuen wir uns auch über eine kurze Schilderung Ihrer Erlebnisse – gerne per Kommentar oder per Email an info@familien-helden.eu.

Autor: Claudia Topolic
Bilder: Pixabay