D as österreichische Bildungssystem ist teuer, ineffizient und hinkt im internationalen Vergleich hinterher. Reformen erfolgen bruchstückhaft entlang von immer kürzeren Legislaturperioden, ein gemeinsames und vor allem langfristiges Ziel – oder gar eine Vision – sind nicht zu erkennen.

Die Folgen sind fatal: Bildungsaufstieg ist eine Seltenheit, tausende Jugendliche sind ohne Chance, viele Kinder können nicht ausreichend lesen und schreiben und wir haben zu viele Schulabbrecherinnen und Schulabbrecher.

Bereits 2014 gründete daher die Industriellenvereinigung gemeinsam mit ihren 24 Partnern die Initiative NEUSTART SCHULE. Ziel der Initiative ist es, mit der Unterstützung von Partnerorganisationen, ExpertInnen und der Bevölkerung die Bildungsqualität in Österreich nachhaltig zu verbessern und die Politik dafür zu gewinnen. Gemeinsam wird die Zukunft von Bildung in Österreich thematisiert und eine Plattform für Dialog angeboten. „Wir wollen dem jahrelangen Stillstand in der Bildungspolitik ein Ende setzen. Die Zeit des Reparierens, Korrigierens und Nachjustierens ist vorbei. Was es in Österreich braucht, sind keine Reförmchen, sondern ein grundlegend neues Konzept des Bildungssystems“, so die Leiterin der Initiative Tina Dworschak.

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Mag. Tina Dworschak
Leitung „Neustart Schule“ | Industriellenvereinigung, Bildung & Gesundheit

Die Initiative fordert eine umfassende Neuordnung des heimischen Bildungswesens und konzentriert sich dabei auf die Reform der Grundbildung – also sämtliche Bildungsphasen bis 14. „Wir brauchen endlich gerechte Bildungschancen, individuelle Förderung und Bildungsqualität auf höchstem Niveau“, so Dworschak abschließend.

Richtungsweisender Herbst

Im vergangenen Intensivwahlkampf spielten Bildungsthemen eine untergeordnete Rolle. Die Initiative NEUSTART SCHULE fordert daher eine Rückkehr zu sachlicher Bildungspolitik und konzentriert sich unmittelbar nach der Wahl auf zentrale Forderungen, die jede künftige Regierung unabhängig ihrer Parteienkonstellation in der nächsten Legislaturperiode angehen muss. Die zentrale Frage ist, ob man weiter den Stillstand bewahren oder endlich den Aufbruch in ein neues Bildungszeitalter wage: frei von ideologischen Scheuklappen und ausschließlich den Interessen der Kinder und einer hohen Bildungsqualität verpflichtet. Die kommenden Wochen sind jedenfalls richtungsweisend für die Zukunft des österreichischen Bildungssystems.

3 Bildungsbaustellen für jede neue Regierung

  • Gemeinsame Ziele entwickeln:
    Wir müssen wissen, was wir mit Bildung erreichen möchten.
    Bildung ist die wichtigste Basis, um die vielschichtigen Herausforderungen unserer Zeit bewältigen zu können. Sie muss langfristig geplant und zukunftsorientiert gestaltet werden. Dafür braucht es Strategien und Maßnahmen, die sich an einer klaren, langfristigen Vision orientieren.
  • Beste Bildung von Anfang an:
    Wir brauchen einen bildungspolitischen Fokus auf die Bildungsphase bis 6 Jahre.
    Bildung beginnt nicht erst in der Schule. Gute Elementarbildung ist das Fundament für einen erfolgreichen Übertritt in die Schule, die frühe Förderung von Begabungen und faire Bildungschancen. Gute Elementarbildung zahlt sich aus – für Kinder, Familien, Gesellschaft und Wirtschaft.
  • Verlässliche Grundbildung für alle:
    Wir brauchen eine Grundbildung, die sich an der Erreichung zeitgemäßer Ziele orientiert.
    Grundbildung (die derzeitige Pflichtschulzeit) ist Grundlage für lebenslanges Lernen und ein selbstbestimmtes Leben. Sie erlaubt eine weiterführende Spezialisierung für eine erfolgreiche berufliche Zukunft. Kindern und Jugendlichen wird mit qualitätsvoller Grundbildung die Teilhabe am gesellschaftlichen und politischen Leben ermöglicht, sie entwickeln sich zu mündigen Bürger*innen.

Weitere Informationen finden Sie unter www.neustart-schule.at oder www.facebook.com/neustartschule

Autor: Mag. Tina Dworschak
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Mag. Tina Dworschak | Adobe Stock