M it den Fortschritten in der Medizin ist es nicht nur möglich viele Krankheiten bei Ausbruch zu behandeln, sondern auch präventiv zu schützen. Gerade bei Kindern können dank des nicht fertig ausgebildeten Immunsystems Infektionen zu einer Gefahr werden. Für einige dieser Krankheiten werden jedoch Schutzimpfungen angeboten.

Diphtherie

Die Diphtherie hat eine hohe Mortalitätsrate, da Bakterien sich in Mund, Rachen und Kehlkopf einnisten und ein Gift produzieren, welches über die Blutbahn zu sämtlichen Organen geführt wird. Obwohl die Diphtherie in Österreich nahezu ausgerottet ist kommt es durch das erhöhte Reisevorkommen immer wieder zu Übertragungen.

Hepatitis

Die Heptaviren A, B und C sind unter anderem die bekanntesten Auslöser für infektiöse Leberentzündungen. Während die Hepatitis A als akute Leberentzündung verläuft, die wieder ausheilt, verursachen die Hepatitis B- und C-Viren langanhaltende, teilweise chronische Infektionen, die zu Leberzirrhosen oder Leberkrebs führen können. Eine Impfung gegen Hepatitis A und B ist empfohlen, eine Impfung für Hepatitis C gibt es noch nicht.

Keuchhusten

Keuchhusten ist eine schwere Infektion der Atemwege. Da die Ansteckung durch Tröpfcheninfektion geschieht ist die Ansteckungsrate hoch. Die Krankheit verläuft in mehreren Stadien wobei monatelange Hustanfällen gerade bei Säuglingen und Kleinkindern zum Erstickungstod führen können.

Masern

Masern sind auch heute noch eine der ansteckendsten Viruserkrankungen für Menschen. Die Viren werden durch Tröpfcheninfektion übertragen und sorgen, neben Schnupfen, hohem Fieber und Hautausschlag in schweren Fällen auch für Lungenentzündungen und Entzündungen des Gehirns. Diese schweren Fälle können auch tödlich verlaufen. Masern verursachen zudem eine Schwächung des Immunsystems, welches ein erhöhtes Gesundheitsrisiko der Betroffenen für die nächsten Jahre bedeutet.

Da der Mensch der einzige Wirt für das Masernvirus ist wird hier das Ziel verfolgt die Krankheit durch eine hohe Durchimpfungsrate vollends auszulöschen und jene, die zu jung für die Schutzimpfung sind so zu schützen.

Vater mit Tochter

Schutzimpfungen sind wichtig um unsere Jüngsten zu schützen.

Meningokokken

Meningokokken sind Bakterien, die sich im Nasen-Rachenraum ansiedeln und mittels Tröpfcheninfektion übertragen werden. Sie können eine Hirnhautentzündung und Blutvergiftungen auslösen. Meningokokken treten vor allem bei Kindern und Jugendlichen auf, jährlich gibt es bis zu 100 schweren Erkrankungen. Etwa 10% der Erkrankten sterben an den Folgen der Erkrankung, viele der Überlebende leiden oft an bleibenden, schweren Gesundheitsschäden.

Mumps

Mumps wird ebenfalls via Tröpfcheninfektion übertragen. Da die Erkrankung höchst infektiös ist, ist es wichtig, auch hier Schutzimpfungen vorzunehmen. Vor der Einführung der Schutzimpfung war Mumps der häufigste Auslöser für Taubheit, da das Virus bei etwa 10% der Erkrankungen das ZNS angreift. Ein Großteil dieser Angriffe äußert sich in Gehirnhautentzündungen. Eine weitere Nachwirkung der Erkrankung bei Männern ist eine Hodenentzündung in der Pubertät. Ein Teil der Betroffenen leidet unter Infertilität. Auch Entzündungen der Bauchspeicheldrüse können bei Mumps auftreten.

Pneumokokken

Pneumokokken sind Bakterien, die im Nasen-Rachenraum auftreten und mittels Tröpfcheninfektion übertragen werden. Sie sind Auslöser für Blutvergiftung, Meningitis, Lungenentzündungen oder Mittelohrentzündungen. Die Sterblichkeitsrate bei Pneumokokken liegt bei etwa 7%, bei den Überlebenden kommt es häufig zu bleibenden Folgeschäden wie Hörverlust, Entwicklungsschwächen oder Konzentrationsschwächen. Eine Pneumokokken-Infektion im höheren Alter verursacht oftmals schwere Erkrankungen der Atemwege.

Polio

Poliomyelitis (kurz Polio) ist eine hochinfektiöse Viruserkrankung, die zu Lähmungserscheinungen bei Armen und Beinen sowie Lähmung der Atmung führen kann. Die Übertragung erfolgt über Schmierinfektion und obwohl die Erkrankung in Österreich für ausgerottet gilt ist die Gefahr durch einschleppen der Viren bei Reisen nicht völlig gebannt.

Rotaviren

Die Rotaviren sind als häufigsten Erreger Auslöser für fast die Hälfte aller Durchfallerkrankungen bei Säuglingen und Kleinkindern. Gerade im Säuglingsalter ist eine Infektion mit diesen Viren höchst gefährlich. Die Übertragung der Rotaviren erfolgt meist über Schmierinfektion, selten über Tröpfcheninfektion, der Impfstoff wird an Kinder ab dem 6. Lebensjahr via Schluckimpfung verabreicht.

Röteln

Auch Röteln sind eine hochansteckende Viruserkrankung. Charakteristika für die Krankheit sind, neben den kleinfleckigen Rötelnexanthemen auch Lymphknotenschwellungen sowie oftmals auch Gelenksbeschwerden. Gerade bei einer Schwangerschaft sind Röteln gefährlich, da der Virus zu schweren Missbildungen des ungeborenen Kindes führen kann. Mit der Impfung in jungen Jahren soll die Zirkulation des Rötelnvirus zurückgedrängt und so das Risiko auf Fehlbildungen bei Kindern von Frauen, die nicht geschützt sind, zurückgedrängt werden.

Tetanus

Die Tetanusbakterien befinden sich hauptsächlich in Erde, Holz und Staub. Auch in den Ausscheidungen von Tieren können die Bakterien auftreten. Eine Infektion ist jedoch nur durch Wundinfektion übertragbar. Das Risiko bei dieser Erkrankung für einen tödlichen Ausgang steigt bei einer kurzen Inkubationszeit erheblich an.

Autor: Julian Wolf
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