D ank Kindergärten und anderen Betreuungseinrichtungen ist es vielen Eltern möglich trotz Kinder berufstätig zu sein. Doch was passiert, wenn das Kind erkrankt? Wir sprechen mit Manuela Schalek von KiB children care über Hilfe von der eigenen Familie, Pflegefreistellung und die Möglichkeiten für Eltern, wenn alle Stricke reißen.

Warum ist es für Kinder so wichtig, dass in Krankheitsfällen die Eltern da sind?

Kinder befinden sich, wenn sie krank sind, in einer Ausnahmesituation und so ist zu allen Hausmitteln und Medikamenten, ÄrztInnen und Pflegepersonen immer eine Extraportion Zuwendung ein wichtiger Beitrag zum Gesundwerden. Kinder brauchen die Nähe und Geborgenheit einer vertrauten Bezugsperson, um gesund zu werden – egal ob zu Hause oder bei einem Krankenhausaufenthalt. Dies ist für alle Familien, speziell aber für berufstätige Eltern, eine große Herausforderung.

Mein Kind wacht morgens mit Fieber auf, doch ich muss zur Arbeit. Welche Möglichkeiten habe ich als Mutter nun vorzugehen?

Eltern haben die Möglichkeit und das Recht, sich Pflegefreistellung zu nehmen. Es gibt aber Situationen, wo dies nicht möglich ist. In diesem Fall wäre eine Betreuung durch bekannte Personen, wie zum Beispiel Oma/Opa, Tante/Onkel, Freunde oder Nachbarn optimal.

Manuela Schalek

Manuela Schalek, Bundeskoordinatorin des Vereins KiB children care

Wie lassen sich Familie und Beruf vereinbaren, wenn das Kind krank wird?

Für Eltern gibt es neben dem Jahresurlaub unterschiedlichste Regelungen und Möglichkeiten, wie zum Beispiel die Pflegefreistellung. Oftmals ist es jedoch nicht möglich, Pflegefreistellung zu nehmen – sei es zum Beispiel aus Angst, dass daraus Nachteile am Arbeitsplatz entstehen oder diese bereits aufgebraucht ist. Eltern haben bei einer Pflegefreistellung Anspruch auf Fortzahlung des Entgelts bis zum Ausmaß von einer Arbeitswoche pro Jahr. Das Entgelt wird in dieser Zeit weiterbezahlt.  Darüber hinaus gibt es eine zusätzliche Pflegefreistellungswoche, wenn das Kind das 12. Lebensjahr noch nicht überschritten hat und neuerlich erkrankt.

Die Pflegefreistellung kann auch stundenweise in Anspruch genommen werden. Auch der Partner/die Partnerin kann Pflegefreistellung beantragen. Durch unser hartnäckiges Aufzeigen können Eltern von Kindern unter 10 Jahren seit 2013 auch Pflegefreistellung nehmen, wenn sie ihr Kind im Krankenhaus begleiten. Eltern müssen den Arbeitgeber unverzüglich über die Pflegefreistellung informieren. Verlangt der Arbeitgeber eine ärztliche Bestätigung als Nachweis, dann hat er auch die anfallenden Kosten zu tragen.

Neben der Pflegefreistellung ist ein tragfähiges Netzwerk aus Familienangehörigen, Freunden und Bekannten wichtig, um krankheitsbedingte Notsituationen bewältigen zu können. Und das Wissen um und der Kontakt zu unterstützenden Organisationen, die rasch und Ziel gerichtet helfen, wenn eine Familie von Krankheit betroffen ist, unterstützt nicht nur berufstätige Eltern.

Welche Alternativen habe ich als Elternteil, wenn ich mir nicht frei nehmen kann?

Ist die Pflegefreistellung bereits aufgebraucht, oder kann nicht in Anspruch genommen werden und besteht keine Möglichkeit, dass Oma, Opa oder andere Familienmitglieder oder Freunde einspringen, gibt es Organisationen, die eine Betreuung für das erkrankte Kind zu Hause anbieten.

Eltern kennen ihr Kind am besten und egal, wie sie sich entscheiden bzw. diese Ausnahmesituation lösen, es ist die richtige Entscheidung. Hauptsache das Kind kann in Geborgenheit und Ruhe zu Hause gesundwerden.
Nehmen Sie Unterstützung an, denn wenn Sie überfordert sind, ist das für das Gesundwerden Ihres kleinen Patienten nicht förderlich!
Nach dem Motto: „Um ein Kind aufzuziehen, braucht man ein ganzes Dorf“ (afrikanische Weisheit) sind wir für Sie da.

Wir vom Verein rund ums erkrankte Kind, KiB children care, sind immer für Sie da – Tag und Nacht. Sie rufen bei KiB an und melden Ihren Betreuungsbedarf für ein Kind zu Hause, wenn die Familie von Krankheit betroffen ist. Eine KiB-Mitarbeiterin sucht in Ihrem Bundesland eine Einrichtung, die Ihren Betreuungsbedarf abdecken kann. Dafür ist KiB mit vielen Organisationen vernetzt, um möglichst rasch eine kurzfristige Betreuung für Ihr Kind zu finden. Sind diese ausgelastet, suchen wir vor Ort ein KiB-Mitglied, das sich als Notfallmama um Ihr Kind kümmert. In der Folge vereinbaren die Eltern alles Weitere für die Betreuung zu Hause.

Weitere Informationen finden Sie bei der Selbsthilfe-Webseite: http://www.notfallmama.or.at/

Autor: Manuela Schalek
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