D ie Kinder der 90er erinnern sich an ihn, auch wenn er bereits verschwunden ist. Der leckere Kettenbrief, der weitergegeben wurde und nach liebevoller Aufzucht und Fütterung als lecker Kuchen oder Brot verspeist wurde. Doch auch, wenn der Hermann-Teig heute als ausgestorben gilt, wir haben das Rezept samt Anleitung für euch wieder rausgekramt.

Für all diejenigen, die Hermann noch nicht kennen: Hermann ist nichts anderes als ein Sauerteig, der über 10 Tage hinweg aufgezogen und dann verarbeitet und verschenkt wird. Der Teig ist ein Basisteig und kann sowohl in Süßspeisen als auch in Brot weiterverarbeitet werden.

Das Grundrezept

Normalerweise wird der Hermannteig geschenkt und muss nur aufgezogen werden. Wer jedoch den Trend selbst starten will braucht hierfür erstmal den Grundteig. Dieser kann nach bereits zwei Tagen weiterverwendet und verschenkt werden. Für den Grundteig braucht ihr:

  • 100g Weizenmehl
  • 1 EL Zucker
  • 2 gestrichene TL Trockenhefe
  • 150 ml lauwarmes Wasser
  • Schüssel mit Deckel oder Bügelglas

Zum Herstellen des Grundteiges ist es nötig alle Zutaten in die Schüssel oder das Glas zu geben und mit einem Holzlöffel zu verrühren. Wenn der Teig schön glatt ist wird das Gefäß verschlossen und für zwei Tage zum Reifen in den Kühlschrank gestellt.

Sehr wichtig: Hermann verträgt kein Metall. Wer also sichergehen will, dass der Teig nicht kaputt wird sollte sowohl beim Kochlöffel als auch bei der Schüssel darauf achten Metall zu vermeiden. Auch Gläser mit Drehverschluss sind gefährlich. Durch das Ausdehnen des Teiges kann es passieren, dass das Glas platzen könnte.

Teig, der auf die Verarbeitung wartet

Hermann-Teig eignet sich als Basis für verschiedenste Arten von Gebäck.

Die Pflege

Egal ob man ihn geschenkt bekommen hat oder den Grundteig selbst herstellt, er muss natürlich auch gepflegt werden. Vom Tag von Hermanns Einzug an dauert es genau 10 Tage bis er fertig zur Verarbeitung beziehungsweise zum Fortsetzen seiner Reise ist.

Tag 1 – Ruhen lasse.

Tag 2 – 1x Umrühren.

Tag 3 – 1x Umrühren.

Tag 4 – 1x Umrühren.

Tag 5 – Füttern mit 100g Weizenmehl, 150g Zucker, 150ml Milch und anschließend rühren bis er glatt ist.

Tag 6 – 1x Umrühren.

Tag 7 – 1x Umrühren.

Tag 8 – 1x Umrühren.

Tag 9 – 1x Umrühren.

Tag 10 – Füttern mit 100g Weizenmehl, 150g Zucker, 150ml Milch und anschließend rühren bis er glatt ist.

Nach der zweiten Fütterung ist der Hermann auch fertig. Traditionell wird er nun entweder in drei oder vier gleichgroße Teile geteilt. Ein Teil wird verschenkt, damit auch der nächste Besitzer seinen Hermann pflegen und großziehen kann. Mit dem übrigen Teil kann man eines von vielen leckeren Rezepten backen.

Guten Appetit!

Autor: Alexandra Moser
Bilder:
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