G erade bei Kindern ist die richtige Zahnpflege besonders wichtig. Ist sie doch der Grundstein für ein gesundes bleibendes Gebiss! Eltern sollten daher ab dem 1. Milchzahn mit der richtigen Zahnpflege beginnen um die Zähne von Beginn an gesund zu erhalten.

Warum ist Zahnhygiene bei Kindern so wichtig?

Mangelnde Pflege der Zähne ist einer der Faktoren der zu Löchern und Schmerzen an den Kinderzähnen führen kann. Die Meinung so mancher, „die Milchzähne fallen ja eh aus“ und daher macht es nichts wenn ein Zahn kaputt wird, ist absolut falsch. Daher sollten die Milchzähne von Anfang an richtig gepflegt werden. Kinder brauchen ihre Zähne zum Kauen und zum Sprechen. Die 2. Milchbackenzähne fallen erst mit ca. 12 Jahren aus und haben eine wichtige Platzhaltefunktion für die bleibenden Zähne. Bei vorzeitigem Verlust verengt sich das Gebiss und eine spätere kieferorthopädische Behandlung und Zahnspange kann die Folge sein.

Wie unterscheidet sich die Mundhygiene bei Kindern von der von Erwachsenen?

Die häusliche Mundhygiene beginnt schon im Babyalter. Mit speziellen Fingerlingen kann der  Mundraum des Babys sanft gereinigt und Belege und Bakterien von Beginn an entfernt werden, noch vor Babys 1. Zahn.

Dr. Irene Zifko

Dr. Irene Zifko, Fachärztin für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde

So gewöhnen Eltern ihr Kind daran, dass  die Zähne genauso wie andere Körperteile gepflegt werden.

Ist der 1. Zahn durchgebrochen beginnt das tägliche Zähneputzen morgens und abends mit einer geringen Menge fluoridierter Kinderzahnpaste. Ab dem 2. Lebensjahr beginnen Kinder dann selber putzen zu wollen, jedoch müssen die Eltern auf jeden Fall nachputzen. Kinder sind feinmotorisch dazu erst alleine in der Lage, wenn sie in Schreibschrift ihren Namen schreiben können. Ca. ab dem 4. Lebensjahr rücken die Milchbackenzähne näher zusammen und spätestens dann empfiehlt es sich Zahnseide zu verwenden um Karies zwischen den Zähnen zu vermeiden. Elektrische Kinderzahnbürsten werden ab dem 3. Lebensjahr empfohlen. Die Putzleistung ist besser, manche Kinder bevorzugen jedoch die Handzahnbürste. Ein Kompromiss wäre einmal pro Tag mit der Handzahnbürste zu putzen und einmal mit der elektrischen Zahnbürste. Ab dem Durchbrechen der bleibenden Zähne umsteigen auf eine Junior- oder Erwachsenenzahnpaste. Der höhere Fluoridgehalt ist an den Bedarf der bleibenden Zähne angepasst um vor Karies zu schützen.

Worauf müssen Eltern bei der Zahnpflege ihrer Kinder besonders achten?

Wichtig ist die Wahl der richtigen Zahnbürste für das jeweilige Alter. Für Babys und Kleinkinder sollen Bürsten mit sehr weichen Borsten und einem breiten Bürstenkopf verwendet werden, der Griff jedoch ist für Erwachsene konzipiert. Ab dem 2. Lebensjahr , wenn Kinder schon selber beginnen zu putzen, sind die Borsten immer noch weich, der Bürstenkopf schmäler und der Griff entsprechend der Kinderhand zum Greifen kompakter. Verwendete Zahnpasten sollten nicht zu süß sein und altersentsprechend fluoridiert sein, denn dies schützt nachweislich den Zahnschmelz und beugt Karies vor. Wichtig sind auch die regelmäßigen zahnärztlichen Kontrollen spätestens ab dem 2. Lebensjahr, besser ab dem 1. Zahn, um ein eventuelles Kariesrisiko zu erkennen und rechtzeitig beratend einzugreifen und gegebenenfalls kleine kariöse Defekte früh zu beheben, bevor das Kind Schmerzen bekommt.

Gibt es ein, zwei Tipps wie man putzfaule Kinder zum Putzen motivieren kann?

Mit gutem Beispiel voran, alles rund um die Zähne immer positiv erklären, niemals mit dem Zahnarzt drohen! Wenn Kinder sehr klein sind und noch nicht verstehen, was wir da in ihrem Mund machen am besten Geschichten erzählen, es gibt auch Lieder, die während des Zähneputzens gesungen werden können. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt!

Später können Kinder im Vorschul- und Schulalter sehr gut über die Putzschule und professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt motiviert werden. Erklärt und zeigt die liebe Mundhygieneassistentin den Kindern worauf es bei der Zahnpflege ankommt und wo noch etwas verbessert werden könnte, nehmen die Kinder das sehr oft eher an als von ihren Eltern. Kleine Belohnungen und Vereinbarungen für den nächsten Termin motivieren zusätzlich!

Autorin: Dr. Irene Zifko
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