D ie meisten Eltern wünschen sich, dass ihre Kinder die Freizeit mit sinnvollen Beschäftigungen verbringen. Sport steht dabei meist an erster Stelle. Doch Kinder und Jugendliche haben für ihre Freizeit oft andere Vorstellungen.

In Zeiten, in denen die meisten Jugendlichen und sogar bereits Kinder ein Smartphone besitzen, ist es wohl zu viel verlangt, dass Freizeitaktivitäten ausschließlich außerhalb der eigenen vier Wände stattfinden. Wer aber nicht will, dass ihre Kinder rund um die Uhr im Internet hängen, Videospiele spielen oder vor dem Fernseher sitzen, muss in erster Linie ein gutes Vorbild sein. Und Alternativen präsentieren können.

Gemeinsam entscheiden

In vielen Familien wird diskutiert, wie die Kinder gerne ihre Freizeit verbringen wollen. Auch bei Wünschen für Wochenendtrips oder Ausflügen können Präferenzen gut herausgehört werden. Manchmal macht es Sinn, einen Vorschlag in den Raum zu stellen und Pros und Contras gemeinsam abzuwägen. So kommen oft neue Ideen auf den Tisch, die als Kompromisslösung jeden glücklich machen. Ein Ausflugsziel kann so recht unkompliziert gefunden werden. Schließlich durfte jeder mitbestimmen.

Natürlich kommt das sehr stark auf das Alter und die Entwicklung der Kinder an. Mit einer teilnahmslosen Jugendlichen ein gemeinsames Ausflugsziel für ihre 4-jährige Schwester zu finden wird eine große Herausforderung. Aber wer Kinder früh in die Gestaltung der Freizeit mit einbezieht, lernt ihnen kreativ zu denken.

Kinder allein entscheiden

Nicht immer muss aber die ganze Familie gemeinsam unterwegs sein. Für die Entwicklung eines Kindes ist es durchaus gut, wenn das Kind eine oder mehrere Aktivitäten in der Freizeit alleine macht, oder mit Freunden unternimmt: z.B. ein Instrument erlernen oder einem Sportverein beitreten. Zu den ersten Einheiten können Eltern ihr Kind gerne begleiten und zusehen, ob sich ihr Kind wohl fühlt. Die Entscheidung, ob ein Kind diese Tätigkeit weiterhin fortführen möchte, sollte aber vom Kind kommen. Was keinen Spaß macht wird ohnehin nicht lange halten.

Jungs beim Fussball spielen

Sport in einem Verein ist die beliebteste Freizeitbeschäftigung vieler Kinder und Jugendlicher.

Voller Terminkalender

Eltern sollten aber ein Auge darauf haben, dass der Alltag ihrer Kinder nicht strikt durchgeplant ist. Wenn nur mehr ein Blick in den Terminkalender hilft, dass das Kind sich zu Recht findet, sind es wohl zu viele Aktivitäten. Freie Nachmittage und Wochenenden ohne Planung sind mindestens so wichtig, wie geplante. Und gegen ein ausgleichendes Videospiel nach dem Sport oder den Hausaufgaben ist wenig einzuwenden. Wie so oft gilt: die Dosis macht das Gift.

Wer also will, dass ihre Kinder sich in der Freizeit weiterentwickeln und sie gar fördern will, der aktiviert sie in erster Linie selbst, Sachen auszuprobieren.

Autor: Lisa Weber
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