Eine Blasenentzündung ist unangenehm aber gerade für viele Frauen eine oftmals wiederkehrende Erkrankung. Was tun, wenn jahrelang keine Besserung in Sicht ist? Wir sprachen mit einer Patientin, die durch eigene Recherchen einen Ausweg aus den jahrelangen Beschwerden fand.

Sie leiden schon längere Zeit an immer wiederkehrender Blasenentzündung. Wann begannen die Probleme und bei welchen Situationen traten sie vermehrt auf?

Ja, das stimmt leider. Es begann, als ich ca. 14 Jahre alt war an einem Winterabend, an dem ich Outdoor zu leicht bekleidet war. Zunächst verstand ich nicht was los war, doch dann kamen die Blasenentzündungen immer häufiger und haben mich vor allem in meiner Schulzeit bis zur Matura beinahe täglich, aber zumindest wöchentlich, begleitet. Sie traten vor allem auf, wenn ich auch nur kurze Zeit ein wenig fror, wenn ich zu wenig trank, wenn ich Alkohol trank, auf kalten Untergründen saß oder zu viel Stress hatte. Und bis heute (ich bin mittlerweile 31 Jahre alt) hat sich das Thema für mich noch immer nicht zu 100% erledigt, da es sich in meinen Kopf eingebrannt hat.

Wie äußern sich bei Ihnen die Symptome?

Das ist schwer zu beschreiben. Ich spüre zu Beginn innerlich schon ein leichtes Ziehen im Unterleib, daraufhin folgt bei mir das Einsetzen von Gänsehaut am ganzen Körper und ein kalter Schweiß legt sich auf meine Haut. Sobald ich dann das erste Mal Wasser lasse, ist es ganz vorbei. Die Schmerzen übernehmen meinen Körper und ich bin für die nächsten 3-5 Stunden ausgeschaltet.

Das klingt, als hätten Sie erhebliche Beeinträchtigungen im täglichen Leben. Wie beeinflusst Sie die Blasenentzündung im Alltag und wie haben Sie versucht Abhilfe zu schaffen?

Viele Jahre haben Blasenentzündungen mein Leben bestimmt. Ich habe Termine im Vorhinein abgesagt oder an Urlauben gar nicht erst teilgenommen, allein weil die Möglichkeit bestand, dass ich eine Blasenentzündung bekommen könnte. Viele Veranstaltungen, Treffen, Einladungen konnte ich nicht wahrnehmen oder musste ich wegen Blasenentzündungen absagen.

Und natürlich habe ich alle Maßnahmen probiert um vorzubeugen oder um zu bekämpfen. Neben Cranberry-Präparaten en masse trinke ich literweise Wasser und/oder Tee, ich halte mich immer warm, trage Unterhemden und Strümpfe, auch im Sommer. Ich achte auf eine gute Stoffqualität meiner Unterwäsche und dass diese nicht zu eng sitzt. Ich habe viele pflanzliche Mittel mit Artischocken, mit Kren und auch Brunnenkresse ausprobiert und auch spezielle Blasentees und Granulate ausprobiert. Doch nicht einmal die stärksten Schmerzmittel können mir in der Situation, in der ich die Blasenentzündung spüre, die Schmerzen nehmen.

Und dann fand ich vor ca. 2 Jahren endlich die Lösung für meine ständigen Qualen.

Tee bei Blasenentzündung

Herkömmliche Blasentees brachten leider keinen nachhaltigen Erfolg.

Welche Behandlungsmethoden haben Sie im Laufe der Zeit schon ausprobiert und welche Therapien funktionierten und welche brachten keine Linderung?

Natürlich versucht man, nur im Notfall auf Antibiotikum zurückzugreifen. Das war auch meine Devise: Vorbeugen mit pflanzlichen Mitteln und viel Flüssigkeit und Wärme, Blasenentzündungen aushalten und nur bei tagelang anhaltenden Schmerzen auf Antibiotika umsteigen, aber dies nur maximal 2-3 Mal im Jahr, damit es auch weiterhin wirkt. Antibiotikum brachte mir immer eine kurzfristige Lösung, doch nie wirklich eine langfristige Ruhe. Ich war für 2-3 Wochen schmerzfrei, dann ging alles wieder von vorne los.

Cranberry-Tabletten oder andere Granulate und Blasentees konnte ich nur rein zur Vorbeugung gebrauchen, sie waren eher zur psychischen Beruhigung gedacht, damit ich mir selbst versichern konnte, etwas getan zu haben. Doch im Fall einer Blasenentzündung half mir kein einziges Mittel.

Bis ich dann im Internet auf eine Geschichte stieß, die meiner sehr ähnlich war. Sie berichtete von immer wiederkehrenden Blasenentzündungen, die ihr Leben bestimmten und sich schon an die Ausweglosigkeit gewöhnt hatte. Doch dann fand sie ein Mittel, das ihr die Einschränkung nehmen konnte. Ein Immuntherapeutikum, das bei chronischen Harnwegsinfektionen tatsächlich hilft. Natürlich war ich zunächst skeptisch, doch ich hatte ja auch nichts zu verlieren, also bat ich meine Ärztin um ein Rezept.

Wie läuft diese Therapie ab?

Man nimmt 10 Tage lang jeden Morgen eine Tablette auf nüchternen Magen ein, dann pausiert man 20 Tage lang und startet wieder von vorne. So geht es über ein paar Monate und man kann die Kur immer wieder auffrischen, wenn man das Gefühlt hat, sie wieder zu brauchen. Mit dem Wirkstoff aus abgetöteten Echerichia Coli Baketrien wird die körpereigene Immunabwehr aufgefrischt. Es ist zwar kein günstiges Medikament, aber es hat mir meine Lebensqualität wieder zurückgegeben.

Wie geht es Ihnen heute?

Viel besser und wirklich befreit! Ich denke nicht mehr täglich an die Blasenentzündung und sie schränkt mich auch nicht mehr ein. Ich kann machen was ich möchte. Wenn ich das Gefühl bekomme, dass ich wieder empfindlicher bin oder sich schon erste Anzeichen ankündigen, besorge ich mir wieder eine Packung des Immuntherapeutikums und mache die dreimonatige Kur. Danach sind die Ängste und Anzeichen sofort wieder verflogen und ich fühle mich sicher, da ich dem Medikament vertraue. Trotzdem bin ich natürlich weiterhin wachsam. Ich trinke viel, halte mich überdurchschnittlich warm und provoziere keine Situationen, die mich früher krank gemacht haben.

Autorin: Stefanie Posch
Bilder: Adobe Stock

Blasenentzündung natürlich behandeln

Mehr Infos über Therapiemöglichkeiten und natürliche Methoden finden Sie auch in folgendem Fernsehbeitrag: